Endlich: Das neue Rechnungslegungsrecht ist unter Dach und Fach

19.1.2012

Am 23. Dezember 2011 hat das Parlament das neue Rechnungslegungsrecht gutgeheissen.

Das Inkrafttreten wird noch durch den Bundesrat festgelegt. Die Überarbeitung das Rechnungslegungsrecht ist nur ein Teil einer umfassenden Revision des Aktienrechts. Mit der Revision wird das Rechnungslegungsrecht punktuell modernisiert und das Ganze erhält eine neue Struktur im Gesetzestext.

Wie bereits aus dem Revisionsrecht bekannt, wird die rechtsformneutrale Rechnungslegung mit Abstufung nach Grösse und Bedeutung eingeführt. Der Minderheitenschutz hat eine grössere Bedeutung (qualifizierte Minderheiten sind Gesellschafter, die mindestens 10% des Grundkapitals vertreten, bei Konzernrechnungen 20%).

Eine Buchhaltung nach neuen Recht müssen alle juristischen Personen sowie Einzelfirmen und Personengesellschaften mit einem Mindestumsatz von 500'000 CHF erstellen. Eine Einnahmen / Ausgaben Rechnung, welche Auskunft über die Vermögenslage gibt (sog. Milchbüchlirechnung) haben auch befreite Unternehmen zu führen. Bei einem Umsatz von weniger als 100'000 CHF kann auf die zeitliche Abgrenzung verzichtet werden.

Neu kann die Rechnungslegung auch in einer anderen Währung als CHF erfolgen.

Die Mindestgliederung der Bilanz und Erfolgsrechnung orientiert sich an der heutigen gängigen Praxis anerkannter Standards.  Der Anhang der Jahresrechnung enthält ein paar zusätzliche Angaben gegenüber heute, wobei Einzelunternehmen und Personengesellschaften auf den Anhang verzichten können.  

Grössere Unternehmen unterliegen der ordentlichen Revision. Neben zusätzlichen Angaben im Anhang, müssen diese Unternehmen einen Lagebericht erstellen. Die Geldflussrechnung wird neben Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang  der vierte Bestandteil für diese grösseren Unternehmen.  Eine qualifizierte Minderheit von Gesellschafter kann neben einem OR Abschluss auch einen Abschluss nach anerkanntem Standard (Swiss GAAP FER oder IFRS) verlangen. Eine Konzernrechnungspflicht besteht wenn konsolidiert die Grössenkriterien der ordentlichen Revision erreicht werden (Bilanzsumme 20 Mio. CHF, Umsatzerlös 40 Mio. CHF und 250 Vollzeitstellen). Bei Überschreitung der Schwellenwerte oder sofern eine qualifizierte einen zusätzlichen Abschluss verlangt,  gibt es grösseren Handlungsbedarf für Unternehmen.  

Für die klassischen KMU (unter den Schwellenwerten) ist zu prüfen ob alle Aktiven und Passiven gemäss Gesetz erfasst und dargestellt sind. Im weiteren ist der Anhang anzupassen, wie z.B. die Formulierung von Bewertungsgrundsätzen zur Offenlegung.

 

Das neue Rechnungslegungsrecht

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